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Adaptogene: Die wunderbare Kraft adaptogener Pilze und Pflanzen

Adaptogene statt Kaffee: Viele Menschen wollen von der adaptogenen Wirkung verschiedener Pflanzen und Pilze profitieren. Wir zeigen dir, was Adaptogene sind.

Was sind Adaptogene?

Bestimmt hast du schon einmal den Begriff „Adaptogene“ gehört – entweder im Internet beim Lesen eines interessanten Artikels oder beim Einkaufen. Wenn du mit der Bezeichnung nicht allzu viel anzufangen weißt, bist du hier hundertprozentig richtig. Der Begriff „Adaptogene“ leitet sich von dem englischen Wort „adapt“ ab, was übersetzt „anpassen“ bedeutet. Per Definition sind Adaptogene Substanzen, die den Körper dabei unterstützen sollen, sich an bestimmte Situationen besser anpassen zu können. Erstmalig erwähnt wurde der Begriff im Jahre 1947 von dem russischen Pharmakologen Nikolai Lazarev. Er schrieb ihnen insbesondere bei Stresszuständen eine regulierende Wirkung zu. Solche Adaptogene können ganz natürlich in der Natur vorkommen, beispielsweise in Pflanzen, Kräutern, Pilzen, Wurzeln und Gewürzen. Auch wenn der Begriff „Adaptogen“ hierzulande (noch) nicht geläufig ist, kennst du sicherlich einige Lebensmittel, denen man eine adaptogene Wirkung zuschreibt. Zu den bekanntesten Adaptogenen werden zum Beispiel Reishi, Hericium, Cordyceps und Chaga gezählt – Pilze, die in der traditionellen Medizin schon seit Jahrtausenden verwendet werden. Des Weiteren wird Kurkuma zu den Adaptogenen gezählt – ein Gewürz, das zum Beispiel in Curry enthalten ist.

Welche Wirkung können Adaptogene haben?

Wie du in den vorherigen Abschnitten bereits erfahren hast, sollen Adaptogene die Widerstandsfähigkeit gegen Stress erhöhen können, weshalb sie in der heutigen, schnelllebigen Zeit immer mehr Aufmerksamkeit gewinnen. Bestimmt bist du auch schon einmal mit Stress in Berührung gekommen und kennst die Auswirkungen, die er auf deinen Körper haben kann. Stress kann auf der einen Seite ein regelrechter „Booster“ sein, der dich zu Höchstleistungen antreiben kann. Für den Antrieb können zum Beispiel die beiden Stresshormone Adrenalin und Cortisol sorgen, die in stressigen Zeiten in hohem Maße ausgeschüttet werden. Experten sprechen hier auch gerne vom sogenannten Eustress – Stress, der in puncto Leistungsfähigkeit durchaus positiv sein kann. Hält dieser Ausnahmezustand jedoch über einen längeren Zeitraum an, kann Stress negative Auswirkungen haben. Aus Eustress wird dann Disstress, der die psychische und physische Performance stark beeinträchtigen kann. Muskelverspannungen, Migräne, Schmerzen, Herzrhythmusstörungen, Konzentrations- und Schlafstörungen können zum Beispiel die Folge einer dauerhaften Belastung durch Stress sein. Natürlich ist dein Körper immer bestrebt, das natürliche Gleichgewicht wiederherzustellen. Wie du dir sicherlich denken kannst, kann Stress auf Dauer zu Erschöpfung beitragen. Selbst ein Burn-out ist bei einer dauerhaften Belastung durch Stress nicht auszuschließen.9 Hier kommen wieder die Adaptogene ins Spiel: Sie können dem Körper helfen, besser mit Stress umzugehen, indem sie die sogenannte Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse ins Gleichgewicht bringen und die Folgen von Stress reduzieren können. Dieses System trägt zum Beispiel zu einer verstärkten Produktion von Adrenalin und Cortisol in Stresssituationen bei. Eine bessere Anpassung an Stress kann wiederum zu einer Steigerung der kognitiven und körperlichen Leistungsfähigkeit, einer allgemeinen Stärkung des Immunsystems und einem besseren Wohlbefinden beitragen. Nachfolgend stellen wir dir einige der bekanntesten Adaptogene etwas genauer vor.

Welche Adaptogene gibt es?

Chaga (Inonotus obliguus)

Es gibt viele Pflanzen, denen man eine adaptogene Wirkung zuspricht. Allen voran Pilze, die in der traditionellen und ayurvedischen Medizin eine große Rolle spielen. Chaga – auch bekannt als Schiefer Schillerporling – ist zum Beispiel ein Pilz, der in den nördlichen Breitengraden (Schweden, Finnland und Sibirien) heimisch ist. Anders als gewöhnliche Pilze sprießt der Chaga nicht aus dem Boden, sondern wächst am Stamm von Birken. Derzeit geht man davon aus, dass der Chaga über 200 bioaktive Substanzen besitzt. Hierzu gehören zum Beispiel Polyphenole, die eine antioxidative und entzündungshemmende Wirkung haben sollen.1 Ob und inwiefern der Chaga die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern kann, ist allerdings noch nicht hinreichend geklärt, weshalb es sicherlich noch einige Studien zu diesem Thema geben wird.

Reishi (Ganoderma lucidum)

Der Reishi wird sehr gerne als „Pilz des ewigen Lebens“ bezeichnet, obwohl er auch unter dem Namen „Ling Zhi“ bekannt ist. Der Speisepilz ist gewöhnlich am Stamm von Laubbäumen zu finden, insbesondere am Fuß von Eichen. Sein Aussehen erinnert an große, ebenmäßige, braune Muscheln, die unter dem Einfluss des Sonnenlichts regelrecht glänzen. Aus diesem Grund hat man ihm vermutlich den Beinamen „Glänzender Lackporling“ verliehen. Der Reishi wird sehr gerne als Vitalpilz bezeichnet. In der TCM verwendet man ihn schon seit Jahrtausenden als Heilmittel. Neben Triterpenen und Polysacchariden soll der Reishi das Provitamin A enthalten. Was die Wirkung des Pilzes betrifft, geht man davon aus, dass der Reishi womöglich das Immunsystem stärken kann.2 Außerdem soll der Pilz den Körper bei der Linderung und Bekämpfung von Entzündungen und Infektionen unterstützen können.3

Cordyceps (Cordyceps militaris)

Cordyceps ist ein einzigartiger Pilz, der vor allem in Tibet heimisch ist. Dass er anders als andere Pilze ist, zeigt seine Entstehung: Als Parasit breitet er sich nicht nur auf Raupen aus – er verspeist sie auch. Übrig bleibt nur eine Hülle, in der sich das Myzel des Pilzes ausbreiten kann. Im Sommer sprießt der Cordyceps dann wie eine Raupe aus dem Boden. Nicht ohne Grund wurde dem Cordyceps der Beiname „Raupenpilz“ verliehen. Neben Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen soll der Cordyceps Aminosäuren und L-Tryptophan enthalten. L-Tryptophan ist zum Beispiel eine Vorstufe von Serotonin – auch als sogenanntes „Glückshormon“ bekannt. Die Wirkung, die dem Pilz zugeschrieben wird, könnte vor allem für Sportler interessant sein. Wissenschaftler gehen nämlich davon aus, dass der Cordyceps die Leistungsfähigkeit steigern kann.4

Hericium (Hericium erinaceus)

Der Hericium ist vor allem optisch ein sehr beeindruckender Pilz, der an eine Löwenmähne erinnert, obwohl der Name „Igel-Stachelbart“ geläufiger ist. Er wächst vor allem an älteren Laubbäumen und enthält fast alle essenziellen Aminosäuren. Ebenso wie die bereits vorgestellten Pilze wird er schon seit vielen Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin angewendet. So soll der Hericium zum Beispiel positive Effekte auf das Immun- und Verdauungssystem haben.56 Außerdem sagt man ihm nach, dass er womöglich Depressionen und Angstzustände lindern kann.7

Kurkuma (Curcuma longa)

Kurkuma wird ebenfalls zu den Adaptogenen gezählt. Die als „Gelbwurz“ bezeichnete Wurzel enthält neben ätherischen Ölen den Wirkstoff Curcumin, der dem Curry seine typische gelbe Farbe verleiht. Kurkuma wird jedoch längst nicht nur als Gewürz eingesetzt. Er ist zum Beispiel auch ein häufiger Bestandteil von Nahrungsergänzungsmitteln. So sagt man dem Gewürz zum Beispiel nach, dass es entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften haben kann.8 Einzeln dosiert soll der Körper das Gewürz jedoch nicht vollständig aufnehmen können. Durch die Hinzugabe von Piperin – dem „Scharfmacher“ des schwarzen Pfeffers – soll sich die Bioverfügbarkeit von Kurkuma jedoch steigern lassen. Aus diesem Grund wird dem Gewürz in Nahrungsergänzungsmitteln häufig schwarzer Pfeffer oder Piperin beigefügt.

Wie du von der adaptogenen Wirkung profitieren kannst

Welche Wirkungen Adaptogene haben können, haben wir in den vorherigen Absätzen ausführlich beschrieben. Bestimmt fragst du dich jetzt, wie auch du von der adaptogenen Wirkung profitieren kannst. Hierzu lässt sich sagen, dass es grundsätzlich mehrere Möglichkeiten gibt, sogenannte Adaptogene in die Ernährung zu integrieren, beispielsweise in Form von Tee oder Nahrungsergänzungsmitteln. Wenn du nicht täglich eine Kapsel schlucken möchtest, kannst du die Adaptogene auch gerne als Pulver einnehmen. Ein Pulver lässt sich zum Beispiel viel einfacher dosieren und an die individuellen Bedürfnisse anpassen. Du kannst es morgens als Kaffee-Ersatz trinken oder in den Smoothie oder das Müsli geben.

Fazit:

Adaptogene sind Pilze und Pflanzenstoffe, die vor allem bei Stress eine ausgleichende Wirkung auf den Körper haben können, indem sie die Widerstandsfähigkeit gegen Stress erhöhen können. Sogenannte Vitalpilze, wie der Reishi, Hericium und Cordyceps, zählen diesbezüglich zu den bekanntesten Adaptogenen, denen man zum Beispiel nachsagt, dass sie Entzündungen und Depressionen lindern und die kognitive und körperliche Leistungsfähigkeit steigern können.

Quellen:

1 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15905055/